Die häufigsten Parfüm-Mythen und wie Sie Ihren Duft richtig auftragen

Morgens tragen Sie Ihr Lieblingsparfüm auf. Die ersten Duftnoten begleiten Sie beim Verlassen des Hauses, doch am Nachmittag haben Sie das Gefühl, dass der Duft längst verflogen ist. Greifen Sie jetzt erneut zum Flakon? Oder machen Sie vielleicht etwas, das die Haltbarkeit Ihres Parfüms unnötig verkürzt?

Rund um Parfüms kursieren zahlreiche Tipps, die wir oft weitergeben, ohne sie zu hinterfragen. Manche sind tatsächlich hilfreich, andere gehören eher zu den gewohnten Ritualen als zu den Grundregeln der Parfümerie. Dabei liegt die Schönheit eines gut gewählten Duftes oft gerade in seiner Einfachheit. Mit den folgenden Tipps können Sie Ihre Lieblingsdüfte in vollen Zügen genießen, ohne unnötig viel Parfüm zu verbrauchen oder es mit der Intensität zu übertreiben.

Nach dem Auftragen sollte man die Handgelenke aneinanderreiben

Wir kennen es aus Filmen und aus dem eigenen Badezimmer: Ein Spritzer Parfüm auf das Handgelenk, die Handgelenke kurz aneinanderreiben und schon kann es losgehen. Tatsächlich ist dieses Verreiben aber gar nicht nötig.

Oft heißt es, dadurch würden die Duftmoleküle zerstört. Das ist jedoch eine vereinfachte Erklärung. Durch das Reiben wird das Parfüm vielmehr auf der Haut verteilt, die Haut erwärmt sich und die besonders flüchtigen Kopfnoten können schneller verdunsten. Wenn Sie erleben möchten, wie sich die Duftkomposition nach und nach entfaltet, lassen Sie das Parfüm einfach von selbst trocknen.

Je mehr Parfüm, desto besser der Eindruck

Ein angenehmer Duft kann den ersten Eindruck wunderbar ergänzen. Er muss aber weder den ganzen Aufzug noch das Büro noch ein komplettes Restaurant erfüllen, um wahrgenommen zu werden.

Wie intensiv ein Parfüm wirkt, hängt von seiner Zusammensetzung, der Konzentration und der Umgebung ab. Was draußen angenehm dezent erscheint, kann in einem geschlossenen Raum schnell aufdringlich wirken. Beginnen Sie deshalb mit ein paar gezielten Sprühstößen und tragen Sie bei Bedarf später etwas nach. Ein schöner Duft sollte die Atmosphäre bereichern, nicht dominieren.

Parfüm gehört ausschließlich auf Handgelenke und Hals

Handgelenke und Hals gehören aus gutem Grund zu den beliebtesten Stellen für Parfüm. Die Haut ist dort häufig etwas wärmer, sodass sich der Duft angenehm entfalten kann. Es sind jedoch längst nicht die einzigen geeigneten Stellen.

Probieren Sie auch die Armbeugen oder den Bereich rund um die Schlüsselbeine aus. Für den Alltag genügt es völlig, zwei oder drei Stellen auf der Haut auszuwählen. Tragen Sie das Parfüm auf saubere, trockene Haut auf und vermeiden Sie gereizte Hautpartien. Bei empfindlicher Haut empfiehlt es sich außerdem, auf die individuelle Reaktion auf parfümierte Produkte zu achten.

Auf trockener Haut hält Parfüm genauso lange

Kennen Sie dieses angenehme Gefühl, wenn sich Ihre Haut nach dem Duschen glatt und geschmeidig anfühlt? Auch der Feuchtigkeitsgehalt der Haut kann beeinflussen, wie lange Sie einen Duft wahrnehmen. Auf gut mit Feuchtigkeit versorgter Haut hält sich Parfüm in der Regel besser als auf sehr trockener Haut.

Vor dem Auftragen können Sie eine parfümfreie Feuchtigkeitscreme verwenden und diese vollständig einziehen lassen. So konkurriert kein zusätzlicher Duft mit Ihrem gewählten Parfüm. Daraus müssen Sie kein aufwendiges Pflegeritual machen. Manchmal reicht schon dieser kleine Schritt, damit Sie Ihr Lieblingsparfüm ein wenig länger begleitet.

Wenn Sie Ihr Parfüm nicht mehr riechen, nimmt es auch niemand anderes wahr

An Düfte, die uns regelmäßig begleiten, gewöhnt sich unser Geruchssinn mit der Zeit. Morgens nehmen Sie Ihr Parfüm noch intensiv wahr, doch nach einigen Stunden scheint es allmählich in den Hintergrund zu treten. Das bedeutet nicht unbedingt, dass der Duft vollständig von Ihrer Haut verschwunden ist.

Dieses Phänomen nennt man olfaktorische Adaptation, also die Gewöhnung des Geruchssinns an einen bestimmten Duft. Bevor Sie erneut zum Flakon greifen, verzichten Sie eine Weile darauf, an Ihrem Handgelenk zu schnuppern, oder fragen Sie diskret eine nahestehende Person. Vielleicht stellen Sie fest, dass Ihr Parfüm noch immer angenehm wahrnehmbar ist, Ihr eigener Geruchssinn es aber längst als vertraut einstuft.

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Teureres Parfüm muss länger halten

Der Preis ist kein zuverlässiger Maßstab für die Haltbarkeit eines Parfüms. Eine entscheidende Rolle spielt auch die Duftkomposition selbst. Frische Zitrusnoten verflüchtigen sich normalerweise schneller, während holzige, ambrierte oder vanillige Akkorde oft länger wahrnehmbar bleiben.

Auch die Duftkonzentration hat einen Einfluss. Ein Eau de Parfum besitzt in der Regel eine höhere Duftstoffkonzentration als ein Eau de Toilette. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass jedes Eau de Parfum länger hält als jede andere Duftvariante. Entscheidend sind die jeweilige Rezeptur und die Art, wie sich das Parfüm auf Ihrer Haut entwickelt.

Im Badezimmerregal ist Parfüm am besten aufgehoben

Ein eleganter Flakon neben dem Spiegel sieht zweifellos schön aus. Doch Wasserdampf aus der Dusche, Wärme und direktes Licht sind für Parfüms nicht unbedingt ideal. Mit der Zeit können diese Einflüsse den Charakter der Duftkomposition verändern.

Besser eignet sich ein trockener Schrank, geschützt vor Sonnenlicht, in dem die Temperatur möglichst konstant bleibt. Aus demselben Grund sollten Sie Ihr Parfüm auch nicht über längere Zeit in einem aufgeheizten Auto liegen lassen. Bei richtiger Aufbewahrung kann Ihnen Ihr Lieblingsduft länger Freude bereiten und die Duftnoten bewahren, für die Sie ihn ursprünglich ausgewählt haben.

Dasselbe Parfüm muss bei jedem Menschen gleich riechen

Die erste Begegnung mit einem Duft findet häufig auf einem Duftstreifen aus Papier statt. Seinen eigentlichen Charakter lernen Sie jedoch am besten kennen, wenn Sie ihn auf Ihrer eigenen Haut entfalten lassen. Wie ein Parfüm wahrgenommen wird, können der natürliche Körpergeruch, die Hauttemperatur und die individuellen Duftvorlieben beeinflussen.

Lassen Sie sich bei der Auswahl deshalb Zeit. Geben Sie dem Duft die Gelegenheit, sich von den frischen Kopfnoten bis zur wärmeren Basisnote zu entwickeln. Der perfekte Duft für Sie muss nicht unbedingt derjenige sein, den gerade alle anderen tragen. Und betrachten Sie Bezeichnungen wie Damen-, Herren- oder Unisex-Parfüm eher als Orientierung, nicht als feste Grenzen für Ihren persönlichen Geschmack.

 

Und wie sieht es mit Parfüm auf Kleidung oder im Haar aus?

Auch hier lohnt es sich, zwischen einem angenehmen Dufteffekt und der richtigen Anwendung zu unterscheiden. Textilien können Düfte lange speichern. Allerdings können manche Parfüms Flecken hinterlassen, insbesondere auf hellen oder empfindlichen Stoffen. Wenn der Hersteller die Anwendung auf Textilien erlaubt, testen Sie das Parfüm zunächst an einer unauffälligen Stelle.

Ein gewöhnliches alkoholhaltiges Parfüm ist auch nicht ideal, um es regelmäßig direkt ins Haar zu sprühen. Wenn Sie sich einen zarten Duftschleier wünschen, der Sie bei jeder Bewegung begleitet, greifen Sie lieber zu einem speziell für die Haare entwickelten Produkt. Die richtige Anwendung von Parfüm soll das Dufterlebnis bereichern und nicht Ihre Lieblingskleidung beschädigen.